Sanierungskontrollen

 

Die Sanierungskontrollen zur Sicherstellung des gegenwärtigen, quantitativen Erfolgs der Sanierungen können durchgeführt werden als:

1. Interne Sanierungskontrollen durch mengenmäßge Überprüfung mit Partikelsammlungen und Laserpartikelzähler

2. Externe Sanierungskontrollen (Freimessungen durch externe Sachverständige)
 
  • Kontrollanalysen der Raumluft und Oberflächen nur in Räumen mit Feinreinigung 
  • Anpassung der Bewertung bei Beauftragung der Reinigung von Teilbereichen 
  • lufttechnische Trennung der gereinigten Bereiche (Fenster, Türen, Flächen etc. geschlossen und - wo möglich - abgeklebt)
  • kein offener Kontakt der Raumluft mit Folien, Dämmstoffen, ungereinigten Hohlräumen und nicht zu reinigenden Materialien; ansonsten Anpassung der Bewertung
  • optische Beurteilung der Sanierungsleistungen durch den Sachverständigen und sofortiges Abstellen der Einwände
  • Messungen unmittelbar nach Ende der Feinreinigung (Zeitraum: maximal zwei Stunden)
  • Betreten des Raumes nur mit neuem Ganzkörperanzug (Kat. III, Typ 5) und sauberen antistatischen Schuhen (schneller Zutritt nur durch den Sachverständigen)
  • nur gereinigte Messtechnik im Untersuchungsraum (keine Koffer etc.)
  • Sanierungskontrolle durch Partikelsammlung und ergänzend durch Klebekontaktproben
  • Auswertung innerhalb von 48 Stunden durch ein mykologisches Fachlabor
  • Versiegeln der untersuchten Räume bis zum Vorliegen der Laborergebnisse
  • Einzuhalten von Richtwerte bzw. Güteklassen (Festlegung durch einen unabhängigen und externen wissenschaftlichen Beirat)
Diese Anforderungen an die kontrollierenden Sachverständigen stellen in keinem Fall eine Bevormundung oder einen Eingriff in deren Unabhängigkeit dar. Aufgrund der langjährigen Erfahrung im Umgang mit (sogenannten) Freimessungen und aufgrund eines dafür fehlenden Regelwerkes war es notwendig geworden, Vorgaben zum Schutz der ausgeführten Sanierungsleistungen zu treffen. Nur so lassen sich Verfahrensfehler bei der Probenahme und ggf. rechtliche Auseinandersetzungen reduzieren.
 
 
 
 
 
 
Begründung für die Vorgaben an die Sachverständigen:
 

Einschänkung des Zeitraums für die Freimessung   
  • Liegt zwischen Ende der Sanierungsarbeiten und der Freimessung mehr als zwei Stunden, so kann durch nicht zu vermeidende Undichtigkeiten an Öffnungen und Spalten (Fenster, Türen etc.) möglicherweise kontaminierte, in jedem Fall aber ungereinigte Luft unbekannten Ausmaßes - sowohl der Menge nach als auch hinsichtlich der Verunreinigungen - aus Nachbarräumen oder dem Außenbereich in die zu untersuchenden Räumlichkeiten einströmen. Geschieht dies, so ist das Untersuchungsergebnis nicht mehr repräsentativ für den Sanierungserfolg.
Einschränkung des Untersuchungsverfahrens für die Freimessung   
  • Bei der Sanierungskontrolle geht es in erster Linie um den Reinigungserfolg. Dieser kann einfach durch eine Partikelsammlung erfolgen. Auf dem Objektträger und gegebenenfalls der Klebekontaktprobe kann neben der Sporenbelastung auch eine Aussage über Staub und sonstige Partikel gemacht werden. Eine Luftkeimsammlung auf Nährmedien bedarf wegen der längeren Bebrütungszeit von üblicherweise zehn Tagen und mehr eines nicht mehr zu kalkulierenden Risikos für das Sanierungsunternehmen. Zudem wird nur der anzüchtbare Anteil der Sporenbelastung erfasst. Partikel und Stäube werden nicht gemessen. Da auch von nicht anzüchtbaren Sporen und sonstigen Pilzteilen eine mögliche gesundheitliche Gefährdung ausgehen kann, kommt es bei der Sanierungskontrolle nur auf die Gesamtsporenzahl und den sonstigen Reinigungserfolg hinsichtlich Partikel und Stäube an.
Einschränkung der Rahmenbedingungen für die Freimessung   
  • Um einen zusätzlichen Eintrag von Partikeln (Sporen, Staub etc.) in den zu untersuchenden Raum zu vermeiden, ist der Untersuchungsraum nur vom Sachverständigen und nur mit gereinigter Kleidung zu betreten. Die Partikelsammlung erfolgt derart, dass nur die notwendige Messtechnik dazu in den zu untersuchenden Raum eingebracht wird. Die Platzierung bleibt dem Sachverständigen überlassen. Die Versieglung des Raumes darf nur durch den Sachverständigen beschädigt werden. Trifft der Sachverständige eine beschädigte Versiegelung an, sind die näheren Umstände für die Beschädigung zu klären. Der Sachverständige entscheidet vor Ort, ob eine Kontrollmessung unter den jetzt vorliegenden Umständen noch sinnvoll erscheint oder ob bei der Bewertung abweichende Maßstäbe anzusetzen sind. Der Untersuchungsraum muss nach der Sanierungskontrolle sofort wieder verschlossen werden. Dadurch wird sichergestellt, dass der Reinigungszustand - auch für die möglicherweise anstehende Nachreinigung - weitestgehend erhalten bleibt. Zwischen Sanierungskontrolle und dem Vorliegen der Ergebnisse der mykologischen Auswertung sollten nicht mehr als 48 Stunden liegen. Der Eintrag durch äußere Einflüsse ist somit geringer, als wenn erst nach zehn bis vierzehn Tagen das Ergebnis vorliegt. Dies gewährleistet zum einen die schnelle mögliche Nachreinigung als auch bei der Freigabe die Durchführung der Anschlussarbeiten anderer Gewerke.